Tag des Bergmanns

geschrieben von: Karin Schuldt
Gera, am 2. Juni 2007

Tag des Bergmanns

Seid gegrüßt Ihr Bergleute,
unser Ehrentag ist heute.
Tag des Bergmanns wunderbar,
feiern wir in diesem Jahr.

Unser Gruß, der hieß „Glück auf“,
wir wünschten einander Glück,
trotzdem ging mancher von uns drauf,
kam aus der Grube nicht zurück!

Vor 40, 50, 60, Jahren, sind wir erstmals eingefahren.
Meter um Meter tief brachte uns der Förderkorb
in das dunkle Schachtverlies überall vor Ort.
Und der Steiger hatte sein helles Licht angezündt,
er prüfte mit Scharfblick, ob alles stimmt,
weil ohne Vorsicht stets große Gefahr dort droht.
Nicht selten lauerte da unten der Tod.

Trotzdem sind Unfälle vorgekommen.
In Erdmassen rutschten die Hauer einst weg,
nur dumpfes Klopfen ward teils noch vernommen
und hastig wühlte man mit bloßen Händen noch zwei aus dem Dreck.

Leider blieben andere irgendwo verschollen,
und solchen müssen wir heute noch Achtung zollen.
Unter Tage, ohne Sonne, ohne Mond und Sterne,
aber einen festen Job bei der Wismut
und wir arbeiteten gerne.

Da klotzten wir ran, gebadet in Schweiß
und hatten auch manchmal alles verflucht.
Doch mit Eifer, Kraft und Händefleiß
nach der verdammten Erzader gesucht.

Mühsam gebohrt voller Staub durch Gestein,
drangen wir in den Stollen ein.
Wir haben Uran hier abgebaut,
aber diesem Boden seine großen Werte geraubt.
Drei Schichten täglich, Tag und Nacht
wurde das Erz zutage gebracht.
Leider sind viele von uns schwer erkrankt,
man versäumte es uns aufzuklären.
Wer hätte damals schon erkannt,
dass Staub und Strahlen oder Radongas Organe zerstören.

Wismutkumpel wurden wir genannt
und als solche über Grenzen bekannt.
Da gab es Kerle ohne Angst und Schrecken,
voller Tatendrang und Mut.
Als könnten sie den Berggeist wecken.
Männer wie Hünen aus Fleisch und Blut.

Keiner von uns kannte hier Mobbing, Haß oder Neid,
aber starke Schultern Seit an Seit.
Uns verband Arbeit, die Grube, Solidarität.
Das hatte uns Bergleute ganz innig geprägt.
Sehr gut entlohnt, hatte mancher Kumpel geprahlt,
doch mit dem Uran haben wir die Kriegsschulden an Russland bezahlt.

Diese Region zu sanieren, war aller Bestreben,
Millionen stellte man dafür bereit.
Dem Boden die taube Erde zurückzugeben,
Enormes geschah hier in letzter Zeit.

Spitzbergen-Halden wurden abgetragen,
mit riesigen Kippern nach Lichtenberg  gefahren.
Das Loch gefüllt, Schächte geflutet,
unsere Seelen gestillt, als das Herz uns geblutet.
Bei diesem Anblick kam schmerzlich die Erinnerung,
als die Wismut hier begann, ach wie waren wir damals noch jung.

Wir hatten dem Bergbau derzeit Aufschwung gegeben,
mit höchstem Einsatz, teils mit dem Leben.
Den Pionieren von einst, jetzt Veteranen, alt oder krank,
gebühret heute noch Ehre und allen Kumpeln größter Dank.


Das sei auch betreffs der Sanierung zu sagen,
den fleißigen Helfern von Rat und Tat.
Hiervon steht wohl noch geschrieben nach Jahren,
wenn Ronneburg schon längst ganz andere Bewohner hat.
Und vielleicht wird sogar mal in Liedern besungen,
dass die Urquelle im Brunnenholz sei auch wieder entsprungen.

Eines Tages wäre dann alles wieder da,
so wie es in der Kurstadt Bad Ronneburg früher einmal war.
 


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